Wegen Corona durfte die Sparte Eisstock im TSV Friedenfels im März ihr Mitglied Reinhold Beyerlein nicht zur Weltmeisterschaft begleiten. Die Nachfeier musste ebenso entfallen. Aber nun gab es ein großes Hallo.

„Wenn ein kleiner Verein wie wir einen Weltmeister in seinen Reihen hat, wird dies normalerweise groß und ausgiebig gefeiert“, sagte Martin Streim, Leiter der Sparte Eisstock des Turn- und Sportvereins Friedenfels, am Lagerfeuer. „Doch in diesem Jahr ist alles anders“, meinte der Sprecher und fuhr fort: „Um wenigstens ein bisschen an das großartige Ereignis im März dieses Jahres zu erinnern, haben wir nun dies in freier Natur gewählt. Es war bisher der größte sportliche Erfolg eines TSV-Mitglieds.“ Er forderte bei der Laudatio seine Freunde auf, das Glas auf Reinhold Beyerlein zu erheben. Mit Glückwünschen seiner Sportkameraden wurde das Ausnahmetalent im Eisstock-Weitschießen dann regelrecht überhäuft. „Die Fahrten unserer Mitglieder und Fans nach Regen im Bayerischen Wald zur Unterstützung für Reinhold waren schon geplant. Doch mit dem Ausbruch der Pandemie kamen jeden Tag neue Informationen, ob Zuschauer zu der Weltmeisterschaft zugelassen sind oder nicht. Schließlich einigten wir uns, das Ereignis zu Hause am Fernseher zu verfolgen und nach deiner Rückkehr eine ordentliche Feier zu veranstalten. Doch daraus wurde nichts und immer wieder mussten wir sie verschieben. Länger wollten wir nun aber auch nicht mehr warten und haben nach den Hygienevorschriften und Schutzbestimmungen diese Variante auf Abstand zu den Sportkameraden in freier Natur gewählt“, erklärte Spartenleiter Martin Streim. Den Weltmeister-Titel 2020 der Herren im Weitschießen holte Deutschland in der Besetzung Reinhold Beyerlein (TSV Friedenfels), Markus Schätzl (SV Oberbergkirchen), Peter Rottmoser (SV Schechen) und Michael Späth (FC Altrandsberg). Zum letzten Mal Teamweltmeister waren die deutschen Weitenjäger 1998 in Graz. Begeistert verfolgten die Sportkameraden die Erzählungen über die WM von Reinhold Beyerlein, der sich über die Idee zu dieser Veranstaltung mit einer kurzen Rückschau freute. Der 41-jährige Reinhold Beyerlein hatte sich für die „WM dahoam“ in Regen in monatelanger Trainingsarbeit auf das Weitenturnier vorbereitet. Neben speziellem Krafttraining hat er sich aber auch in den drei Jahren, seitdem er der Sparte Eisstock des TSV Friedenfels beigetreten ist, immer wieder am Mannschaftsspiel seiner Friedenfelser Eisstockfreunde beteiligt. Er freut sich stets über die ausgezeichnete Kameradschaft bei der Sparte Eisstock im TSV Friedenfels. „Es gibt nur wenige Vereine, die so eine aktive Jugendarbeit im Eisstocksport pflegen.“ Dies hörten die Eisstockschützen um Spartenleiter Martin Streim gerne. Dabei sorgte eine Anmerkung eines jugendlichen Eisstockschützen für viele Lacher: „Reinhold, du bist zwar eine coole Socke im Weitschießen, aber erinnere dich mal an eine der letzten Trainingseinheiten im Mannschaftsspiel, wo ich deinen Eisstock schnurgerade aus dem Haus auf der Asphaltbahn vor der Steinwaldhalle beförderte.“

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(Bild oben) Nicht mit Sekt stießen die Mitglieder der Sparte Eisstock nachträglich auf den Weltmeister-Titel ihres Mitglieds Reinhold Beyerlein (vorne rechts) an. Wegen der Corona-Pandemie musste die WM-Nachfeier mehrmals verschoben werden. Nun feierte man am Lagerfeuer mit einem kräftigen Schluck Friedenfelser Gerstensaft.

(Bild links) Mehrmals schon gewann Reinhold Beyerlein (vorne rechts) als Eisstock-Weitschütze nationale Titel, wurde Europameister und schaffte es als Einzelsportler schon zweimal bei einer WM auf das Siegerpodest. Bei seinem Heimatverein, dem TSV Friedenfels, beteiligt sich Reinhold Beyerlein mit seinen Sportkameraden (Bild) aber auch gerne am Mannschaftsspiel.